Warum wir endlich umkehren müssen!

In den Neunzigern hieß es bei jungen Familien, halb ernst, halb scherzhaft: Ohne Aldi und unsere Oma wüssten wir gar nicht, wie wir längskommen sollen.

1993 öffnete in Deutschland die 1. Tafel, um Menschen mit wenig Geld kostenfreie oder kostengünstige Lebensmittelversorgung zu sichern.
Heute, 25 Jahre später und 12 Jahre nach den Reformen, die wir als Agenda 2010 bezeichnen, gibt es deutschlandweit fast 1.000 Tafeln. Der Spruch den wir heute hören heißt: Ohne die Tafel wüsste ich nicht, wie ich meine Kinder satt bekommen kann. Und da ist kein Augenzwinkern dabei.
Die Tafeln helfen mehr als 1,5 Millionen Menschen! 23 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche, 23 Prozent Rentnerinnen und Rentner, die oft ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben. 19 Prozent der Kunden der Tafeln erziehen alleine ihre Kinder. Der größte Teil der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter ist auf ALG-II- bzw. Sozialgeld angewiesen. Auch Spätaussiedler und Migranten sind überdurchschnittlich oft vertreten.
Mehr als 15 Millionen Menschen leben In Deutschland in Armut und diese Zahl steigt jedes Jahr weiter an! Beinahe 3 Millionen Kinder sind arm, bei Alleinerziehenden sind das fast 50 Prozent der Kinder. Armut heute, das heißt vor allem Kinderarmut, Altersarmut und Mütterarmut. Und weiterhin gilt der Spruch „Einmal arm – immer arm.“ Für die meisten Menschen gibt es keinen Weg aus dieser Situation.
Als Sozialdemokratin bin ich nicht Willens, diese Zustände weiterhin so hinzunehmen. Ich will etwas dagegen tun! Und ich bin mir sicher, dass ich dafür in der SPD massenhaft Mitstreiterinnen und Mitstreiter finde.